Wir bringen was ins Rollen

 

Rad– und Inlinertour von Frankfurt nach Kassel

vom 22. - 24. Juni 2005

zum Kommt-Festival vom 24. - 26. Juni

 

Pilgerfahrt zum Geburtstagsfestival

150 Jahre Pariser Basis

 

Das Feuer weiter tragen!

Vor 150 Jahren trafen sich am Rande einer Weltausstellung in Paris 99 junge Männer aus neun Ländern und gründeten den Weltbund der CVJM. Bei aller Verschiedenheit hatten sie eins gemeinsam: Jesus Christus war die Nummer eins in ihrem Leben und sie wollten, dass junge Menschen in aller Welt ihn kennen lernen und ihr Leben unter seinen Einfluss stellen. Sie brachten das auf einen Satz, der bis heute die Grundlage des CVJM in aller Welt ist. Wir nennen diesen Satz die „Pariser Basis“. Die jungen Männer haben die Fackel mit dem Feuer der Botschaft von Jesus Christus von Paris in alle Welt getragen. Heute gibt es den CVJM in 128 Ländern, und 45 Millionen Menschen gehören zum CVJM. Die Fackel wird am 24. Juni 2005 von Paris zum Eröffnungsfestival von KOMMT!, dem CVJM-Festival 2005 in Kassel, getragen und vom Hauptfestival weiter nach Bombay (Indien) zu einem weltweiten YMCA-Jugendfestival gesandt.

Wir laden Dich und Sie und unsere Freundinnen und Freunde aus aller Welt sehr herzlich nach Kassel ein. Wir werden bei KOMMT!!, dem CVJMFestival 2005 in Kassel, die reiche Vielfalt und die sprühende Lebendigkeit des CVJM heute erleben. Das wird starke Impulse für die Zukunft geben.

U l r i c h P a r z a n y , G e n e r a l s e k r e t ä r

CVJM-Gesamtverband www.cvjm.de

 

 

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So, wir haben es geschafft und sind erfolgreich nach Kassel geradelt bzw. geinlinert! Letztlich sind es dann doch 230 km geworden statt der angekündigten 220, aber das fiel dann auch nicht mehr ins Gewicht.

Letztlich machten sich am morgen des 22. Juni drei Teilnehmer auf die Reise vor dem Haus des CVJM Frankfurt in der Friedberger Landstraße: Die Inlinerfahrer Johann Jotzo (Mainz) und Reiner Lux (Friedberg) und der Fahrradbegleiter Martin Fromm (Friedberg). Die Anreise am frühen morgen verlief gut, so dass um 8.15 Uhr die Tour mit der Teilnahme an der Morgenandacht des CVJM Frankfurt begonnen werden konnte.

Nach absolviertem Startfoto ging es pünktlich um 9 Uhr los in Richtung Gießen, unserem Ziel des ersten Tages. Sogleich musste in Richtung Bad Vilbel der erste Hügel überwunden werden, dank der guten Radwege entlang der B3 stellten sich aber keine Probleme ein. Lediglich die Abfahrt hinunter in die Innenstadt von Bad Vilbel war derartig bremsenmordend, dass diese sogleich gewechselt werden mussten. Auf Fuß- und Radwegen ging es über Dortelweil in Richtung Karben hinaus in die Wetterau, wobei die vorher angenommene Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich unterschritten wurde.

Ab Karben fuhren wir entlang des Niddaradweges und hier war auch die erste Pause angesagt. Weiter ging es über Feldwege nach Friedberg, im Hause der Familie Lux war Mittagspause geplant. Trotz der Überwindung zweier weiterer Hügel trafen wir pünktlich um 13 Uhr in Friedberg ein, die Hälfte der Strecke nach Gießen war also schon geschafft und die Laune bei allen Beteiligten dank des schönen Wetters sehr gut.

Um kurz vor zwei ging es von Friedberg nach Bad Nauheim und über Feldwege weiter in Richtung Butzbach. Auf einer Eisenbahnbrücke war mal wieder kurze Pause angesagt, als überraschend ein Wagen des Bundesgrenzschutzes auftauchte. Da es in dieser Region entlang der Strecke Frankfurt-Kassel immer wieder zu Selbstmorden kommt, hatte anscheinend ein durchfahrender Lokomotivführer den BGS gerufen. Da unsere Ausrüstung aber offensichtlich nicht auf eine solche geplante Tat hindeutete, entfernten sich die Beamten wieder………  : )

Trotz einer Gehpause war bereits um 16 Uhr der sehenswerte Marktplatz von Butzbach erreicht. Aufgrund unseres guten Vorankommens konnten wir es uns leisten, die Fachwerkhäuser von einem Eissalon aus zu betrachten.

Die danach anstehende Steigung nach Pohl-Göns wurde erneut zu Fuß bewältigt, die Weiterfahrt nach Langgöns erwies sich als problemlos, nicht jedoch die Ortsdurchfahrt. Wir verpassten einen Abzweig und bemerkten leider erst nach einem guten Kilometer, das wir in die falsche Richtung fuhren. Aufgrund unseres Zeitvorsprungs ergab sich hieraus jedoch glücklicherweise kein Problem. Über Großen-Linden erreichten wir auf gut ausgebauten Radwegen fahrend schließlich die Stadtgrenze von Gießen. Die leicht hügelige Strecke hatte doch auf den letzten Kilometern etwas Kraft gekostet, einem plötzlich vor uns einscherenden Autofahrer konnte nicht mehr ausgewichen werden, beim unvermeidlichen Sturz zog sich Johann eine leichte Schulterprellung zu. Trotz der leichten Verletzung konnten wir die letzten Kilometer durch die Giessener Innenstadt absolvieren und trafen nach 75 Kilometern um 19 Uhr am Haus des CVJM Gießen in der Moltkestraße ein.

Lobend muss an dieser Stelle die Betreuung vor Ort durch denn FSJ’ler des CVJM Gießen erwähnt werden. Er hatte extra für uns einen Grillabend mit Steaks, Würstchen und einem selbst gemachten Salat vorbereitet. Als kleines Dankeschön halfen wir ihm im Gegenzug, den neu gekauften Teppichboden in seine Wohnung im zweiten Stock zu transportieren. Im CVJM-Haus gab es genug Räume für geeignete Schlafmöglichkeiten, so dass auch hier alles bestens verlief.

Um der angekündigten Tageshitze wenigstens einigermaßen zu entkommen, standen wir am Morgen des 23. Juni bereits früher als geplant, nämlich um 6.30 Uhr auf, auch war eine längere Streckendistanz zu überwinden. Nach eingenommenem Frühstück starteten wir, die Giessener Innenstadt durchquerend, zuerst zu Fuß auf die andere Flussseite, um den Lahnradweg zu erreichen. Hier konnten die Inliner endlich angelegt werden uns los ging’s in Richtung Marburg durch die schöne Flusslandschaft. Der Streckenabschnitt nach Marburg erwies sich als der beste und schnellste unserer gesamten Tour überhaupt, ein Schnitt von teilweise 16 km/h wurde erreicht, so dass bereits um kurz nach zwölf  in Marburg zur Mittagspause angelegt werden konnte.

Diesmal musste eine Dönerbude am Marburger Bahnhof für den Mittagsimbiss herhalten, das gebotene war aber von guter Qualität. Glücklicherweise konnten hier auch die Getränkevorräte aufgefüllt werden, denn die Weiterfahrt erwies sich bei steigenden Temperaturen auf über 30 Grad als immer schwierigeres Unterfangen. Bei Cölbe wurde der Lahnradweg verlassen, weiter ging es entlang der Bahnstrecke auf dem R2 nach Kirchhain. Kurz vor Kirchhain stellten sich doch Verschleißerscheinungen aufgrund der großen Hitze bei uns ein und so kam ein Getränkehandel gerade recht. Auch war auf dem zweiten Teilstück unserer Tagesetappe nach Jesberg mit Hügeln zu rechnen, so dass nicht nur der Getränkehändler sondern auch wir sehr froh über die dargebotene Möglichkeit waren.

Wir wechselten auf den R6 in Richtung Gemünden und ließen es zur Kraftersparnis auf diesem Streckenabschnitt etwas lockerer angehen. Das Tal der Wohra und überhaupt die ganze Region des Kellerwaldes ist landschaftlich recht reizvoll und durchaus auch für einen Kurzurlaub geeignet. Der Radweg verlief hier teilweise auf der ehemaligen Bahnstrecke vorbei an Dörfern und durch bewaldete, glücklicherweise schattige, Abschnitte.

Vor der nun anstehenden unvermeidlichen Überwindung der Rhein-Weser-Wasserscheide hinüber ins Schwalmtal nach Jesberg wurde noch mal eine Pause in Gemünden eingelegt, bevor sich Johann und Reiner die Wanderschuhe überstreiften und ich die Steigung mit Rad und Anhänger überwand. Auf der Höhe trafen wir uns wieder, die Inliner wurden wieder fest gezurrt und es ging mit teilweise erreichten 40 km/h (!) auf der Landstraße hinab in unseren Zielort Densberg, einem Ortsteil von Jesberg. Bereits um 19.30 Uhr trafen wir dort nach erfolgreich absolvierten 85 Tageskilometern im Dörfchen ein und wurden vom Pfarrer herzlich empfangen. Das schmucke Gemeindehaus erwies sich als sehr geräumig und beim abschließenden Abendessen in einem Gasthof am Ortsrand kam aufgrund der schönen Umgebung schon fast Urlaubsstimmung auf.

Am Freitagmorgen sah es zwar aufgrund der Bewölkung nicht mehr nach einem so heißen Tag aus, jedoch begann es bereits kurz nach unserer Abfahrt um acht Uhr morgens leicht zu regnen. Dies stellte sich auf den folgenden Kilometern durchaus als Problem dar, denn auch leichte Steigungen können auf nasser Straße von Inliner aufgrund des nicht vorhandenen Profils auf den Rädern nur schlecht bewältigt werden. Glücklicherweise besserte sich das Wetter rasch wieder, jedoch war die erwartete Flachstrecke über Bad Zwesten hinüber nach Wabern nicht wirklich eben und ständige leichte Hügel setzten der Kondition mehr als erwartet zu.

 

So wurde die Mittagspause in Felsberg bereits sehnsüchtig erwartet und die Vorräte konnten im örtlichen Edekamarkt aufgefüllt werden. Durch das Edertal erhofften wir uns eine geruhsamere Fahrt, was sich jedoch erneut als Trugschluss erwies, mehrere leichtere und stärkere Steigungen mussten überwunden und hier auch auf Schusters Rappen gewechselt werden. Als der letzte Hügel hinüber ins Fuldatal nach Guxhagen endlich geschafft war, stellte sich bei uns neue Zuversicht ein, wiederum wurden die Getränkevorräte bei einem Getränkehandel aufgefüllt und los ging es auf das letzte Teilstück nach Kassel entlang der Fulda.

Bis auf ein paar Fuldabrücken erwies sich dieses letzte Stück auf dem R1 glücklicherweise als fast eben, denn die Kräfte ließen bei erneut steigenden Temperaturen am Nachmittag spürbar nach. So waren wir doch recht froh, um 17 Uhr nach absolvierten 70 Tageskilometern das direkt am Radweg gelegene Messegelände zu erreichen.

 

Insgesamt kann man sagen, dass wir recht viel Hilfe und Bewahrung durch andere Menschen und unseren Herrn auf unserer dreitägigen Reise erfahren haben. Die beiden Stürze, Reiner stürzte noch bei einer kurzen Abfahrt, hätten auch schlimmer enden können, teilweise mussten wir auf Landstraßen fahren, weil kein Radweg vorhanden war. Dafür sind wir recht dankbar und möchten uns auch auf diesem Wege bei allen Helfern und Mutmachern bedanken, die uns auf unserer Tour unterstützt und umbetet haben.

Solch eine Reise hilft, wieder mehr Vertrauen in seine Mitmenschen und unseren Herrn zu fassen, denn vieles, was sich uns darbot, war nicht selbstverständlich.

Gerne erinnern wir uns auch an unsere gegenseitige Unterstützung und Rücksicht während dieser drei Tage und wohl besonders an die vielen guten Gespräche und kurzen Andachten unterwegs.

: )

Martin Fromm